Deutsch-Japanische Gesellschaft zu Besuch

Besuch des Profilkurses „Manga“ der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule in Birkenwerder

Am 17.04.2018 besuchten wir die Schülerinnen und Schüler des Profilkurses „Manga“ unter der Leitung von Frau Nicole Bärmann. Im vergangenen Jahr hatte sich der Kurs mit der spannenden Geschichte „Monster Blut“ am 7. Manga-Wettbewerb der DJG Berlin beteiligt. Dafür erhielten die beteiligten Schülerinnen einen Sonderpreis. Die aktuell 16 SchülerInnen der 7. und 8. Klasse treffen sich einmal wöchentlich, um für 90 Minuten im Manga-Kurs mehr über diese typisch japanische Zeichenkunst zu erfahren. Frau Bärmann ist selbst ein großer Manga-Fan und vermittelt ihren Schützlingen ihre Leidenschaft in einer erfrischend jugendlichen Art mit viel Geduld und Freude – und das ehrenamtlich nach ihrer Arbeit als Sekretärin.

Natürlich hatten wir viele Fragen an sie und die SchülerInnen. So wollten wir z. B. wissen, welche Mangas die KursteilnehmerInnen lesen und welche Animes sie gern schauen: „Tokyo Ghoul, Attack on Titan und Naruto“ wurde uns spontan geantwortet. Frau Bärmann selbst hat unzählige Mangas gelesen und stellt einige auch den SchülerInnen per Ausleihe zur Verfügung. Für die meisten SchülerInnen war der Profilkurs, welchen es hier seit 2013 gibt, die erste Wahl. Noten werden im Kurs nicht erteilt, dafür gibt es ein Teilnahmezertifikat. Das pädagogische Konzept hat Frau Bärmann selbst erarbeitet. Für den Unterricht hat sie zudem viele Materialien zusammengetragen, die von den SchülerInnen gern genutzt werden, z. B. Lehrbücher zu den Manga-Zeichentechniken. Sie erklärt den Unterschied von Shonen- und Shojo-Manga, hat Hefter mit Arbeitsvorlagen für die SchülerInnen vorbereitet. Darüber hinaus wird über den Inhalt von Animes wie z. B. „Ame und Yuki“ gesprochen. Die Auswertung erfolgt mithilfe von Arbeitsblättern, die Frau Bärmann selbst zusammengestellt hat.

Nachdem wir uns und die Arbeit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Berlin vorgestellt haben, entwickelte sich nach der typischen, anfänglichen Unruhe im Kurs schnell eine produktive Arbeitsatmosphäre. Als wir den Kurs besuchten, versuchten sich die SchülerInnen gerade am Zeichnen von Gesichtern im Manga-Stil. Frau Tomita konnte dabei helfen, indem sie an der Tafel anhand von zwei Zeichnungen den Aufbau erklärte und wie man unter Nutzung von Hilfslinien die richtigen Proportionen und die richtige Perspektive findet.

Was uns auch auffällt: Wir befinden uns in einer „Inklusionsklasse“. Hier lernen SchülerInnen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen gemeinsam mit anderen – so auch in diesem Kurs. Wir treffen eine ruhige Schülerin im Rollstuhl, welche hochkonzentriert und mit viel Talent ein Manga-Gesicht zeichnet. Natürlich möchten wir soviel Engagement weiter unterstützen und bieten einen ganztägigen Workshop für den Kurs an. „Sehr gerne!“ freut sich Frau Bärmann und wir planen für den Herbst 2018 unser nächstes Treffen. Wir freuen uns darauf!

Mutsuko Tomita, Dr. Verena Materna, Kirsten Hoheisel

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Veröffentlicht am:
11:56:00 25.05.2018 von CMS System Benutzer